Tolle Produkte, miserable Website

StartWild gebloggtWebentwicklungTolle Produkte, miserable Website

Es ist einfach erstaunlich und verblüfft mich immer wieder aufs Neue. Es gibt tatsächlich völlig miserable Internetauftritte von großen, international tätigen Unternehmen, die man in dieser Form eigentlich keinem Kunden zumuten sollte.

Ein wunderschönes Paradebeispiel für „tolle Produkte, miserable Website“ ist  die deutschsprachige Seite von Starbucks. Starbucks dürfte wohl jedem ein Begriff sein. Da der Kaffee gefühlt 5 Mal so teuer wie bei anderen Unternehmen ist, dürfte das Unternehmen eigentlich über genügend finanzielle Mittel verfügen, um eine halbwegs akzeptable Website online zu stellen.

Technisch betrachtet gibt die Website nicht wirklich viel her. Verwendet wird immer noch HTML 4.0 und das dahinterliegende System an sich basiert auf .NET, genauer gesagt C#.

<meta name="GENERATOR" content="Microsoft Visual Studio 7.0">
<meta name="CODE_LANGUAGE" content="C#">

starbucks-ganze-seiteDie optische Realisierung wurde mit Hilfe von Tabellen gestaltet, was auch nicht mehr sehr up to date ist. Optimiert wurde die Seite scheinbar auf relativ kleine Auflösungen, zumindest wird der Platz auf großen Monitoren überhaupt nicht ausgenutzt, was wirklich schade ist. Immerhin sollte sich in der Regel die Website dem Monitor anpassen um dem Benutzer dadurch eine möglichst gute Übersicht und Darstellung zu ermöglichen. Aber gut, darüber lässt sich streiten, in vielen Fällen gehört es einfach zum gewünschten Design.

Jedoch ist beispielsweise der Footer relativ interessant gestaltet. Ich weiß nicht ob dies so gewollt ist, für meinen Geschmack erscheint es aber ein wenig unpassend, könnte man die gesamten Inhalte doch in eine Zeile packen.

starbucks-footer

Auch gibt es an der einen oder anderen Stelle eine völlig inkorrekte Verlinkung. Geht man auf http://www.starbucks.de/de-de/_Favorite+Beverages/ und klickt auf die Grafik bei „Gönnen Sie sich eine Auszeit“, landet man auf der spanischen Website von Starbucks. Die Grafik darüber bzw. darunter ist übrigens überhaupt nicht verlinkt, sollte also der Link an sich korrekt sein, wäre es zumindest auch eine sehr inkonsequente Umsetzung.

Aber abgesehen von der meiner Meinung nach eher bescheidenen technischen Umsetzung und den ein oder anderen kleinen Macken, findet man auch nicht annähernd die Inhalte, die man als Kunde sucht.
Heute kam z.B. die Frage auf, welche Getränke es denn eigentlich alle gibt. Tja, auf der Website wird aber über die Hälfte an Getränken vollkommen unterschlagen, eine vollständige Liste gibt’s nur direkt bei Starbucks. Dafür erfährt man aber reichlich über die Firmengeschichte oder das Starbucks Leitbild. Dabei handelt es sich zwar um nicht zu unterschlagende Informationen, aber primär sollte man eigentlich die Produkte bewerben.

Grundsätzlich finde ich, dass die Website inhaltlich etwas am Ziel vorbeischießt. Denn, und das ist zwar nur ein spekulativer Wert, wird sich ein Besucher der Starbucks Website zu 90% nach den Produkten (in diesem Fall also alle Getränke und Kuche / Snacks, die übrigens vollkommen vergessen wurden) informieren wollen. Und dieser Bereich wurde scheinbar vollkommen übersehen.

Eigentlich schade, dass ein so großes Unternehmen so wenig Wert auf die eigene Website legt. Man könnte sich wirklich von Subway eine Scheibe abschneiden. Dort gibt es beispielsweise ein Sandwich Konfigurator, der einen sofort mit der gesamten Produktpalette vertraut macht.

2 thoughts on “Tolle Produkte, miserable Website

  1. Die Frage ist auch immer ob es das Unternehmen für sinnvoll erachtet, seine Produkte auf der Website zu bewerben…klar wäre es als internet-affiner Kunde schon schön, online etwas über die Produkte zu erfahren.

    Aber Starbucks in dem Beispiel lebt ja in erster Linie von Ihrem Coffe-To-Go…und da ist es in erster Linie marketing-technisch sinnvoller in Print-Werbung rund um das Geschäft zu investieren und nicht online.

    Ich würde nämlich sagen, dass nur ein geringer Prozentsatz von allen Starbucks-Kunden in Deutschland mit einem Notebook + UMTS in einem Starbucks sitzt. Klar gibt es da schon ein paar, aber die meisten Kunden sind Laufkundschaft…und mit denen verdient Starbucks Geld.

    Da ist ne schlechte Website das kleinere Übel 😉

  2. Sehe ich ehrlich gesagt vollkommen anders. Starbucks hat z.B. genau wie Subway das Problem eine extrem große Auswahl an Produkten zu bieten. Beispielsweise gehst du zu Burger King oder Mc Donalds, hast deine paar Menüs und „Addons“ wie Country potatoes oder was weiß ich und das war es dann.

    Wenn du zum ersten Mal in einen Starbucks bzw. Subways gehst, bist du in der Regel aber vom Produktangebot erschlagen. Daher gibt es viele Leute, die sich das gerne in Ruhe durchlesen möchten. Direkt im Store geht schlecht, weil sich hinter dir sofort eine Schlange mit gestressten Leuten, für die jede Sekunde zählt, bildet.

    Also ist es sinnvoll, das Produktsortiment als solches aufzulisten und das geht nirgends besser als auf der eigenen Website. Unabhängig von mir kenne ich nämlich einige Leute, die wirklich auf die Homepage von Starbucks gegangen sind (Zuhause bzw. auf der Arbeit) um zu schauen, was es denn alles gibt und dann von den fehlenden Informationen enttäuscht wurden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.