E-Commerce Interview: Gin in a Bottle

Meiner Meinung nach ist Erfahrung eine der wichtigsten Zutaten im Rezept für einen erfolgreichen E-Commerce. Denn zu wissen, welche Marketingkanäle und Strategien am Ende des Tages “funktionieren”, welche Vor- und Nachteile die eine oder andere Online-Shop Software mit sich bringt und grundlegende Erfahrungswerte in Sachen Payment und Shipping sind Gold wert.

Aus diesem Grund möchte ich meinen Blog als Plattform nutzen und regelmäßig Interviews mit Shop-Betreibern veröffentlichen. Es geht in den Interviews primär um einen Erfahrungsaustausch, der anderen Shop-Betreibern einen Einblick in deren Arbeit und Erfahrungen geben soll.

Den Einstand meiner Interview-Reihe gibt Martin. Martin hatte mir vor einigen Wochen eine E-Mail mit ein paar wenigen Fragen zu Magento geschrieben, wodurch wir näher ins Gespräch gekommen sind. Denn Martin arbeitet bei einem recht interessanten Online-Shop, der sich auf den Verkauf von Gin spezialisiert hat. Let’s go!

 

Alex: Martin, kannst Du als Einstieg kurz erzählen, wer Du bist und welche Position Du bei Gin in a Bottle besetzt? Außerdem ist es interessant zu erfahren, mit welchen Themen Du dich daher im E-Commerce Alltag beschäftigst.

Martin: Hallo, mein Name ist Martin Kreißig und bei GIN IN A BOTTLE, dem Online Store für Deutsche Premium Gins, bin ich für die Bereiche Produkte sowie Events zuständig. Somit richte ich meinen Fokus ganz klar auf die Vielfalt in der deutschen Ginwelt. Es geht um Geschmack, das richtige Tonic, die Gin-Herstellung und natürlich die Personen dahinter. Diesen Genuss auch noch erlebbar zu machen, zuhause, in der Bar oder bei Events ist mein Ziel. Denn worauf es ankommt, ist der Genussmoment.

Alex: GIN IN A BOTTLE ist, verglichen mit anderen Online-Shops, was das Sortiment angeht überschaubar. Warum hast Du aber von Anfang an auf eine so komplexe und umfangreiche E-Commerce Lösung wie Magento gesetzt? Was hat für Magento gesprochen und was waren damals die alternativen Systeme, die auch mit im Rennen waren?

Martin: Unsere Kernkompetenz sehen wir bei den Deutschen Premium Gins. Bewusst haben wir so von Beginn an unser Sortiment auf den deutschen Raum als Herkunftsland eingegrenzt. Natürlich gibt es weit mehr an Gins in Deutschland als wie derzeit in unserem Angebot haben. Uns ist es allerdings wichtig, dass wir den Gin nicht einfach nur vom Großhändler beziehen, sondern den Kontakt zu den einzelnen Manufakturen suchen und uns vor Ort vom Produkt überzeugen. Dies ist sehr zeitintensiv. Somit haben wir durchaus noch Potential nach oben. Hierfür sehen wir Magento als die für GIN IN A BOTTLE beste und auch kostengünstige Alternative an: eine Open-Source-Lösung mit vielen fertigen Plug-Ins und hierbei die führende Plattform schlechthin. So sind wir, was Erweiterungen angeht, gut gerüstet. Auch die Standard-Templates konnten wir für den Anfang gut nutzen und dann schrittweise ändern. Da wir nicht alle vom Fach sind, war es uns auch wichtig, dass einzelne Seiten relativ einfach angepasst werden können. Und sollten wir dann doch auf ein spezifisches Fachwissen zugreifen müssen, so gibt es für Magento ja einen breiten Pool an Entwicklern. 😉

Alex: Würdest Du Stand heute sagen, dass die Einführung von Magento eher ein Fehler, oder ein Glücksgriff war?

Martin: So flexibel sich Magento zeigt und wie sich unsere bisherigen Schritte umsetzen ließen, haben wir Magento zumindest bisher keineswegs bereut. Lediglich könnte Magento an manchen Stellen einen höheren Komfort in der Usability bieten. Ob es sich um einen Glücksgriff handelt, wird sich in diesem Jahr noch zeigen. Sich hierüber ein genaues Urteil zu bilden, dafür sind wir noch zu kurz am Start.

Alex: Welche Tipps würdest Du anderen angehenden Online-Shop Betreibern bei der Evaluierung der passenden E-Commerce Software geben, auf was muss man Deiner Meinung nach achten und welche Themen spielen keine Rolle?

Martin: Eine pauschale Antwort lässt sich hier nicht einfach geben. Letztendlich entscheiden auch das Geschäftsmodell und die Vertriebskanäle, wie etwa Anbindung an andere Verkaufsplattformen. Für ein einzelnes Produkt mag eine einfachere Software genügen, will man aber expandieren, schaut es vielleicht schon wieder ganz anders aus.

Alex: Steht die E-Commerce Software fest, geht es meistens darum die passende Agentur für die Realisierung zu finden. Was sind hierbei Deine Erfahrungen, wie hast Du den perfekten Partner für die Umsetzung gefunden?

Martin: Wir sind bestrebt, das regionale Umfeld zu stärken. Heißt für uns, dass wir auch nach regional ansässigen Partnern gesucht haben. Nach ersten Vergleichen haben wir uns letztendlich für die Design-Agentur FRESKOISTEN entschieden, die einfach von ihrem Auftritt am besten zu uns gepasst hat. Die Umsetzung in Magento haben wir dann allerdings separat beauftragt und auch selbst aktiv daran mitgearbeitet. Hier haben wir uns bewusst mehr Zeit gelassen. Alles in eine Hand abzugeben, wäre sicherlich einfacher und weniger nervenaufreibend gewesen. So aber ist es auch tatsächlich unser Online Store geworden – mit den eigenen Ideen und Vorstellungen.

Alex: Abgesehen von der technischen Basis spielt das Thema Online-Marketing eine fast größere Rolle. Wie stehst Du zu diesem Thema, auf welche Marketing Kanäle setzt Du, mit welchen hast Du positive Erfahrungen gemacht und welche liefern keinen Traffic und kosten nur Geld?

Martin: Als StartUp kommen wir nicht um das Thema Online-Marketing herum. Vor allem nicht als Online Store. Wir starten nun mal in einem neuen Zeitalter und sich nur an die bisherigen Medien zu halten, wäre definitiv der falsche Weg. Außerdem schätzen wir es sehr, in direkten Kontakt mit unseren Kunden und allen Interessierten zu treten. Nur so erschließt sich allen der Genussmoment, den wir vermitteln wollen. Auch hier zeigt sich Magento sehr vielfältig und bindet die neuen Medien ganz gut mit ein. Natürlich haben wir auch auf Facebook eine eigene Seite und freuen uns über jeden einzelnen Like. Einfach Likes hinzukaufen, ist nicht so unser Ding. Außerdem wollen wir ja auch eine interessierte Gruppe ansprechen und streben einen regen, ehrlichen und unterhaltsamen Austausch an, der noch mehr Lust auf Gin und natürlich unseren Online Store GIN IN A BOTTLE macht. In gewisser Weise haben wir mit GINOs Deutschlandtour bereits einen ersten Schritt Richtung eigenen Blog gemacht. Hier stehen wir aber noch am Anfang. Andere Blogs sind natürlich auch sehr interessant für uns, bieten sie doch eine gute Plattform und haben oft eine hohe Reichweite. Zumindest wenn es um wahren Content geht. Dass es auch beim Online-Marketing nicht immer ohne ein gewisses Budget geht, ist mittlerweile aber auch klar. Deshalb gilt es hier kreativ zu sein. Ein sehr spannendes Thema. Die Messbarkeit der Aktionen ist auch nicht immer ganz einfach, denn manche Effekte zeigen sich erst Wochen später. Ganz klar, auch weitere Kanäle wie Instagram etc. stehen noch auf unserer Liste. Alles zu seiner Zeit…

Alex: Was muss ein Online-Shop, der heute startet und somit frisch im E-Commerce aktiv ist, erfüllen um sich von der Konkurrenz absetzen zu können?

Martin: Ganz klar den USP. Am besten natürlich einer, der nur schwer kopierbar ist. Hier gilt es, den Markt im Vorfeld genau zu analysieren und sich bewusst für einen Zielmarkt zu entscheiden. Einfach nur einen Online-Shop starten, geht gar nicht mehr. Die Wortwahl frisch greife ich an dieser Stelle gerne auf. Auch das Design der Shops wandelt sich immer mehr. Hier sollte man durchaus auch schauen, wie sich die Konkurrenz darstellt und von den Besten lernen. Natürlich muss es aber trotzdem zum eigenen Stil passen.

Alex: Worin siehst Du, speziell für GIN IN A BOTTLE, die größten Herausforderungen im E-Commerce?

Martin: Der Trend geht dahin, dass sich die Hersteller an eigene Shops heranwagen, in dem sie nur ihr(e) Produkt(e) verkaufen. Direkter Bezug vom Hersteller also. Das wiederum nutzen wir als Chance, bieten wir doch den Rundum-Service an, ein breitgefächertes Angebot mit Vergleichsmöglichkeiten und dennoch auch gerne eine individuelle Beratung und Empfehlungen – ebenfalls direkt vom Hersteller. Hier müssen wir uns abheben, natürlich auch gegenüber den großen Shops.

Alex: Priorisierung und Outsourcing ist für Shop-Betreiber ebenfalls ein sehr wichtiges Thema, denn man kann das gesamte Tagesgeschäft nicht komplett alleine durchziehen. Welche Tätigkeiten kann man Deiner Meinung nach perfekt an externe Dienstleister vergeben und was muss unbedingt Inhouse erledigt werden?

Martin: In meinen Augen kann man ganz klar die Logistik verlagern. Diese hat durchaus ihre Tücken, verlangt Schnelligkeit und auch eine gewisse Erfahrung. Der Kunde erwartet eine reibungslose Bestellabwicklung und prompte Lieferung. Das könnten wir gar nicht garantieren. Deshalb vertrauen wir von GIN IN A BOTTLE auch lieber auf die Profis. Die Versuchung ist groß, sich zu überschätzen und alles selbst machen zu wollen. Doch man lernt dazu… Die Kommandozentrale, bei der alle Fäden zusammenlaufen aber auch die Kundenseite ist prädestiniert dafür, im Hause zu bleiben. Sich hierbei aber Hilfe zu holen, ist natürlich legitim.

Alex: Speziell bezogen auf Deine Branche, was sind Deiner Meinung nach die Entwicklungen der nächsten Jahre, was wird sich radikal im E-Commerce ändern?

Martin: Wie schon angesprochen, zeigt sich derzeit der Trend zum Ein-Produkt-Shop. Zudem wird alles noch schnelllebiger. Same day delivery wird sicherlich auch ein großes Thema werden. Dass sich der Kunde im Netz informiert und vergleicht, ist bereits selbstverständlich. Je nach Produkt reicht aber ein günstiger Preis schon lange nicht mehr aus.

Alex: Was war bislang die größte Fehlentscheidung und vermutlich die beste Entscheidung die Du im E-Commerce bzw. beim Aufbau und Betrieb von GIN IN A BOTTLE getroffen hast?

Martin: Vor der größten Fehlentscheidung stehe ich noch… 😉 Keine Ahnung, diese Frage kann ich momentan zum Glück nicht beantworten. Was mir zu Beginn des Shops wichtig war, war eine angemessene Zeit für einen Testlauf einzuplanen und hieraus die Schwachstellen zu erkennen und zu verbessern.

Alex: Was ist dein Ratschlag für angehende Shop-Betreiber?

Martin: Habt Mut, stellt euren USP klar hervor und nehmt euch Zeit. Zeit für eine einfache Usability und einen ersten Testlauf. Seid euch ehrlich gegenüber, was ihr selbst zu leisten vermögt und wo ihr auf Hilfe angewiesen seid. Auch in puncto Design. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

Alex: Und zu guter Letzt: Jetzt kannst Du die Werbetrommel rühren. Erzähle doch ein wenig über GIN IN A BOTTLE, dem dahinterstehenden Konzept und warum man unbedingt in eurem Online-Shop einkaufen sollte.

Martin: GIN IN A BOTTLE steht für Deutsche Premium Gins. Und natürlich Tonics. Unser Online Store bietet ausgewählte Deutsche Premium Gins in einer wahren Geschmacksvielfalt. Von uns und Gino getestet. Für Gin-Begeisterte, Gin-Interessierte und natürlich Gin-Neulinge.

ginoDer Klassiker Gin & Tonic hat sein angestaubtes Image weit hinter sich gelassen und ist aus keiner Bar mehr weg zu denken – weder aus der Szenenbar noch der eigenen Hausbar. Diesen Gin-Kult auch weiterhin zu zelebrieren, die Aromen zu kosten und auf kreative Ideen gespannt zu sein – genau das macht den Deutschen Premium Gin so einzigartig. Neben seiner Qualität und Regionalität versteht sich.

Gino, unser Flaschengeist, macht unseren Online Store für Deutsche Premium Gins zu etwas Besonderem. Er befindet sich immer wieder auf Deutschlandtour, kennt die Menschen hinter den Gins aus unserem Sortiment persönlich und ist stetig auf der Suche nach Gin-Cocktails, passend zum Deutschen Premium Gin. Und natürlich dürfen dabei auch ausgewählte Gin & Tonic-Kompositionen nicht fehlen. Wir beraten natürlich auch gerne persönlich.

Da wir unseren Kunden ein wahres Genusserlebnis bieten möchten und sie gerne auch mal mit neuen Gins inspirieren, wird derzeit jedem Ginpaket eine Kostprobe eines Deutschen Premium Gins in Form einer gratis Mini-Flasche beigelegt.

Schaut bei uns vorbei auf www.gininabottle.de, lernt Gino kennen und seid gespannt auf euren persönlichen Ginmoment… distilled for lifestyle.  Folgt uns auf www.facebook.com/gininabottle und taucht ein in eine wahrhaftig berauschende Ginwelt. 😉 Wir freuen uns auf jeden einzelnen von euch. Und darauf nun einen Gin & Tonic!

 

Martin, besten Dank für das Interview und dafür, dass Du Dein Wissen und Deine Erfahrungen mit anderen Online-Shop Betreibern und E-Commerce Entscheidern teilst. Ich wünsch Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg im E-Commerce und sollte es einmal stressiger werden, hast Du mit Deinen Produkten zumindest einen kleinen Ausgleich auf den Du zurückgreifen kannst 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.