Schnell & einfach die Performance eines Shops prüfen

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Als Shop-Betreiber oder E-Commerce Verantwortlicher musst Du ein Interesse an der Performance (sprich die Ladezeit deines Online-Shops) haben. Denn die Performance steht im direkten Zusammenhang mit der Conversion-Rate und somit mit dem Erfolg Deines Online-Shops. Oder vereinfacht gesagt: Ist dein Online-Shop langsam kaufen wesentlich weniger Kunden ein.

Doch wie kann man die Geschwindigkeit eines Shops messen? In der Praxis kommt es häufig vor, dass gegenüber Agenturen die gefühlte Geschwindigkeit kommuniziert wird. D.h. der E-Commerce Verantwortliche hat das Gefühl, das System könnte gegebenenfalls langsam sein, vor ein paar Wochen war der Shop doch gefühlt viel schneller. Dann gibt es technikbegeisterte Shop-Betreiber, die eine Geschwindigkeitsmessung via Firebug machen und das Ergebnis durchgeben.

Die Firefox Extension Firebug kann unter anderem die Ladezeit anzeigen

Die Firefox Extension Firebug kann unter anderem die Ladezeit anzeigen

 

Egal ob bei der gefühlten Geschwindigkeitserfahrung oder der Variante per Firebug – in beiden Fällen geht mir die Hutschnur hoch. Denn in beiden Fällen existiert das Problem, dass die Aussage hinsichtlich der Geschwindigkeit niemals objektiv sein kann. Ein Mensch kann 1,5, 2,3 oder 3,1 Sekunden nicht fühlen und auf die Millisekunde genaue Vergleichswerte von vor 3 Wochen aus dem Gedächtnis zaubern. Bei der Messung per Firebug spielt hingegen auch die eigene Internetverbindung eine große Rolle. Habe ich zum Zeitpunkt der Messung keine Bandbreite, ist auch logischerweise das Ergebnis Mist. Sprich hier misst man seine eigene Performance für die Seite, aber das ist niemals objektiv und lässt sich auf andere Besucher transportieren.

Um eine Aussage hinsichtlich der Geschwindigkeit eines Online-Shops treffen zu können, muss eine objektive Messung durchgeführt werden

Eine sehr einfache, aber dennoch gute Möglichkeit ist die Geschwindigkeitsermittlung mittels Pingdom. An dieser Stelle sei direkt erwähnt, es gibt Unmengen von Tools, zum Teil sehr geniale Lösungen um die Performance bis ins kleinste Detail zu messen. Dazu zähle ich unter anderem http://newrelic.com. Aber auf solche Lösungen möchte ich an dieser Stelle bewusst verzichten, auch wenn gerade newrelic der Vollständigkeit halber erwähnt ist.

Unter http://tools.pingdom.com/fpt/ bietet Pingdom einen kostenlosen Service um die Geschwindigkeit eines Online-Shops oder einer Website zu ermitteln. Das Handling ist recht einfach: Du gibst in den überdimensional großen Suchschlitz die Adresse Deines Online-Shops ein und klickst anschließend NICHT auf test now sondern auf Settings. Denn in den Settings kannst du einstellen, aus welchem Land die Abfrage gestartet werden soll und hier gibt es zwischen den USA, Europa und Asien große Unterschiede. Sofern Deine Kunden aus Europa kommen (bzw. Deutschland), wähle den Server aus Amsterdam. Hast Du diese Auswahl getroffen, kannst du per Klick auf Test Now die Analyse starten.

Es sollte immer ein europäischer Server gewählt werden

Es sollte immer ein europäischer Server gewählt werden

 

Anschließend erhältst du vier Kennzahlen: Perf. grade, Requests, Load Time und Page Size. Der Performance Grade gibt in Form einer Zahl von 0 bis 100 an, wie „gut“ deine Seite ist. Diese Kennzahl kann man (fast) ignorieren, da nicht 100%ig exakt ersichtlich ist, wie diese Kennzahl errechnet wird. Spannender sind die Requests, denn diese zeigen Dir an wie viele Anfragen (für Grafiken, CSS- oder Java-Script Dateien) gestartet werden. Je höher die Zahl, desto schlechter (das nur als grobe Faustregel). Die Load Time stellt die eigentliche Ladezeit da und die Page Size zeigt Dir an wie viele Daten in Form von MB geladen werden, wenn diese URL geöffnet wird. Auch hier gilt: Je weniger geladen werden muss, desto schneller ist logischerweise der Shop.

Am Beispiel von WMF, einem Magento-Shop, sieht man beispielsweise, dass enorm viele Requests abgesetzt werden, die Ladezeit bei 2,5 Sekunden liegt und die Startseite mit 2 MB recht groß ist. Um die Requests zu reduzieren könnten nun CSS- und Java-Script Dateien gruppiert und gegebenenfalls Sprites verwendet werden. Für die Reduzierung der Page Size würde ich bei den Grafiken ansetzen … Die Kennzahlen liefern also etwas Futter, um eine Handlung abzuleiten.

Neben dem kurzen und knackigen Überblick in Form von 4 KPIs, zeigt Pingdom recht fein an, welche Dateien (hier sind wir erneut bei den Requests) geladen wurden und welche Ladezeit welches Files hat. Das bietet einen guten Überblick, um große Dateien zu finden oder gar Ressourcen, die einfach eine sehr, sehr lange Ladezeit haben.

Abgesehen von dieser detaillierten Auflistung stellt Pingdom drei weitere Tabs zur Verfügung, welche Informationen liefern: Performance Grade, Page Analysis und History. Die Performance Grade Ansicht gibt etwas Einblick in den Performance Grade, der ermittelt wird.

Detailansicht des Performance Grade

Detailansicht des Performance Grade

 

Im Prinzip werden hier Muster geprüft und sofern Dein Shop diese besteht, bekommst Du eine entsprechende Anzahl an Punkte. Hierzu zählt die Bündelung der JavaScript Dateien, aber auch Cache- und Webserver Einstellungen. Insgesamt eine interessante Ansicht und Dein Ziel sollte es sein 100 Punkte in jedem Abschnitt zu erreichen (Was im Gegensatz zu Google Page Speed Insights sogar fast zu 100% möglich ist).

Der nächste Tab „Page Analysis“ zeigt Dir weitere Performance-Details an, unter anderem eine prozentuale Aufteilung der Requests nach Grafiken, Scripts und CSS. Meiner Meinung nach dient die Ansicht viel mehr zur Information als hier wirklich konkrete Handlungsmaßnahmen ableiten zu können. Last but not least kannst Du in der History, sofern diese vorhanden ist, die Entwicklung der Performance Deines Shops nachverfolgen.

Alles in allem ist Pingdom (als kostenloses Tool) wirklich eine sehr gute Möglichkeit, schnell und einfach objektiv die Performance eines Shops zu messen und zum Teil auch direkt Handlungsempfehlungen abzuleiten. Sicherlich ist es kein sehr mächtiges Tool, für einen Quick-Check ist es aufgrund des einfachen Handlings und der recht guten und umfangreichen Daten jedenfalls eine Empfehlung wert!

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