Jawbone UP3 – Mein erster Erfahrungsbericht

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Gefühlt zählen Fitness Tracker gerade zu den angesagtesten Gadgets schlechthin. Es kommen ständig neue Geräte auf den Markt, die immer mehr können und viele Hersteller mischen mittlerweile fleissig bei diesem Produkttyp mit. Fitbit, Samsung, Runtastic, Jawbone – diese Unternehmen und noch viel mehr sind mittlerweile mit eigenen Fitness Trackern am Markt vertreten. Es tut sich also etwas bei diesem Produkttyp, was unter anderem auch an dem gesellschaftlichen Trend liegt sich immer gesünder zu ernähren, Sport zu treiben und einfach auf die eigene Gesundheit zu achten.

Braucht man einen Fitness Tracker?

Die vielleicht spannendste Frage vorweg: Wofür braucht man überhaupt einen Fitness Tracker bzw. lohnt sich ein Kauf? Nun ja – ehrlich gesagt braucht man keinen Fitness Tracker. Es handelt sich um ein cooles und interessantes Gadget, welches speziell für technikbegeisterte Menschen interessant ist. Aber „brauchen“ im Sinne von „man muss es unbedingt haben“ um einen bestimmten Zweck zu erfüllen, das halte ich für übertrieben. Ein Smartphone beispielsweise braucht man um auch unterwegs kommunizieren zu können, Nachrichten zu lesen oder einfach mobil die Arbeit zu erledigen. Ein Fitness Tracker hingegen fällt in eine ganz anderes Kategorie: Es ist ein nettes Gadget, nicht mehr und nicht weniger. Deswegen sollte man sich vor dem Kauf auch gar nicht erst die Frage stellen, ob es sich um eine sinnvolle und notwendige Investition handelt. Kauft euch einen Fitness Tracker wenn ihr neugierig seid, ansonsten lasst es bleiben. Eine „logische“ und sinnvolle Erklärung wird es nicht geben.

Gründe für Jawbone UP3

Ich geb’s zu: Ich habe im Vorfeld nicht massenhaft Testberichte gewälzt, mich durch Blogs geschlagen und Fachmagazine gelesen nur um den „geilsten“ und besten Tracker auf der Welt zu finden. Da es sich um ein Produkt handelt welches man täglich trägt, war für mich das optische Erscheinungsbild maßgeblich für die Entscheidung relevant.

Wenn man sich die aktuellen Produkte am Markt anschaut wird man früher oder später auch auf die Firma Jawbone stoßen, die schon einige solcher Gadgets entwickelt hat. Das Unternehmen ist auf diesen Produktbereich spezialisiert (klarer Pluspunkt), baut optisch ansprechende Geräte (wobei das im Auge des Betrachters liegt) und kombiniert diese mit einer recht umfangreichen und gut durchdachten Software. Dementsprechend habe ich mich relativ schnell auf das neuste Produkt aus der Jawbone Familie, den UP3, eingeschossen und diesen so gut wie direkt nach der Veröffentlichung in Deutschland bestellt.

Nachdem ich jetzt ganze 24 Stunden mit dem Produkt verbracht habe möchte ich die Gelegenheit nutzen und speziell für die unentschlossenen Fitness-Tracker-Fans einen kleinen ersten Einblick vermitteln.

Auspacken & Setup

thumb_IMG_1897_1024Wenn man ein neues Gadget bekommt, möchte man natürlich direkt loslegen. Da gibt es nichts nervigeres als ein kompliziertes Setup. Dementsprechend war ich beim Jawbone UP3 recht positiv überrascht. Das Produkt wird recht minimalistisch ausgeliefert. In einer sehr kleinen und kompakten Verpackung (die in dieser Form auch von Apple stammen könnte) ist zum einen das Fitness Armband, aber auch ein Ladekabel untergebracht. Zusätzlich gibt es noch zwei Fresszettel, die wohl aus rechtlichen Gründen mitgeliefert werden müssen, aber eine Anleitung im „klassischen“ Sinne ist nicht enthalten.

Das ist aber der große Vorteil, denn für das initiale Setup wird direkt auf die entsprechende Seite bei Jawbone verwiesen (https://jawbone.com/setup). Hier erfährt man Schritt für Schritt in Form von Texten und Videos was zu tun ist. Angefangen vom erstmaligen Laden, bis hin zur Bedienung des Armbandes und dem Download der App. Jawbone hat einen recht guten und informativen Hilfebereich, der vor allem die Informationen auf den Punkt bringt. Kein großes „Geschwafel“ sondern relevante Informationen übersichtlich dargestellt. Dementsprechend sollte das Setup auch gar keine Probleme darstellen, unabhängig davon wie gut man sich mit solchen technischen Spielzeugen auskennt oder auch nicht.

Übrigens: Auf der Website wird zwar erwähnt, dass der erstmalige Ladevorgang ca. eine Stunde dauert, aber nach knapp 30 Minuten war das Armband aufgeladen. Die Einrichtung hat dann nochmals 5 Minuten gedauert, aber über den Daumen gepeilt, kann man nach knapp einer halben Stunde loslegen. Und zwar stressfrei!

Verarbeitung & Style

IMG_1899In Sachen Optik gehen die Geschmäcker sicherlich auseinander. Deswegen macht es wenig Sinn darüber zu philosophieren welcher Fitness Tracker hübsch ist und welcher nicht. Gerade die große Anzahl der Produkte am Markt erlaubt es letztendlich, dass jeder das Gadget kaufen kann, welches ihm persönlich am besten gefällt.

Ich habe bei meiner Entscheidung jedoch vor allem Wert auf ein dezentes Erscheinungsbild gelegt. Der Jawbone UP3 verfügt nicht über ein eigenes Display, wodurch das Armband sehr kompakt und klein daherkommt. Es wirkt nicht sehr aufrdinglich (speziell die schwarze Version) und der Tragekomfort ist wirklich sehr gut. Man merkt bzw. spürt das Armband praktisch nicht. Wer keine Lust darauf hat, ein riesiges Armband a la Fitbit am Arm zu tragen, der sollte sich das UP3 anschauen.

Neben der reinen Optik spielt die Verarbeitung eine wichtige Rolle, immerhin trägt man im Idealfall das Armband Tag und Nacht. Bedenkt man den Preis von knapp 180€ möchte man ebenso eine lange Lebenszeit. Grundsätzlich passt die Verarbeitung auch. Es gibt so gesehen keine losen Teile, die „wegbrechen“ könnten und das Armband macht einen robusten Eindruck. Einziger Kritikpunkt: der Schließmechanismus.

Man hat grundsätzlich die Möglichkeit das Armband ganz individuell in der Länge einzustellen, damit man einen sehr hohen und angenehmen Tragekomfort hat und die Messung der Herzfrequenz möglichst präzise ist. Jedoch hat der Hersteller beim Schließmechanismus etwas „gepennt“, denn dieser kommt doch eher „frickelig“ daher.

thumb_IMG_1901_1024Den Mechanismus kann man im folgenden Bild erkennen. Um das Armband zu schließen, muss man den einen Teil in den anderen Einhaken. So ein Haken hat immer ein gewisses Potential sich von selbst auch wieder zu lösen. Das sieht jetzt zwar dramatischer aus als es ist, aber es kann unter größeren Belastungen theoretisch passieren, dass sich das Armband löst. Merkt man das, ist es in Ordnung. Auf Amazon.de gibt es jedoch schon den einen oder anderen Kommentar bei dem Käufer meinten, dass sie das Armband fast verloren hätten. Interessant ist auch die Frage ob sich hier eventuell das Endstück mit der Zeit verformt / verbiegt und der Schließmechanismus nicht mehr richtig funktioniert. Aber das wird die Zeit zeigen. Ideal ist die gewählte Lösung nicht, ein No-Go stell sie aber auch nicht dar.

thumb_IMG_1902_1024Im nächsten Bild kann man übrigens sehr gut die Messstellen für die Herzfrequenz erkennen. Die Positionierung ist gut gewählt, die Erkennung funktionierte zumindest bei mir problemlos und man hat auch kein „blödes“ Gefühl beim Tragen des Jawbone UP3.

Übrigens: Wie erwähnt hat das Jawbone UP3 kein integriertes Display. Dennoch kam man durch ein doppeltes Tippen das Gerät in den Schlaf-, Alltags- bzw. Aktivitätsmodus versetzen. Die Rückmeldung erfolgt über Vibration und anhand von drei leuchtenden Symbolen erkennt man, in welchem Modus man sich aktuell befindet.

iPhone App & Smart Coach

Das Armband an sich bringt einen nicht wirklich weiter, denn es kümmert sich nur die Datenerfassung. Wenn man wissen möchte, wie viele Schritte man gelaufen ist und wie gut oder schlecht man geschlafen hat, benötigt man die zugehörige Jawbone App. Die App gibt es aktuell für Android und iOS, wobei ich zu ersterer Variante nichts sagen kann. Die iPhone App ist relativ simpel und intuitiv. Beim erstmaligen Starten der App erfolgt eine Koppelung an das Armband via Bluetooth, was super geschmeidig beim ersten Mal geklappt hat. Anschließend ist das Smartphone mit dem Armband verbunden und der Datenaustausch kann starten.

Innerhalb der App muss man nach der Koppelung ein Benutzerkonto anlegen und die klassischen Fragen wie Alter, Größe, Geschlecht, Gewicht beantworten. Daraufhin hat man ein Jawbone Profil und kann den Dienst auch mit anderen Diensten wie MyFitnessPal, IFTTT, RunKeeper etc. koppeln. Der Datenaustausch mit der Health App von Apple funktioniert übrigens auch problemlos. Hierfür muss man in der App nur einen Schalter umlegen und anschließend fließen die Daten in die Health App.

Die Koppelung mit anderen Diensten ergibt übrigens enorm viel Sinn, denn die Gesundheitsdaten sollten immer im Gesamtkontext analysiert und bewertet werden. Wenn beispielsweise die Withings Waage meldet, dass man abgenommen hat, ist es relevant zu erfahren ob das an einem Training bzw. zusätzlicher Bewegung gelegen hat oder nicht. Aus diesem Grund sind die populären „Fitness-Tracking-Dienste“ untereinander ganz gut vernetzt.

thumb_IMG_1903_1024Die Jawbone UP3 App ermöglicht einem übrigens auch das Definieren von Zielen, also wie lange man schlafen und wie viele Schritte man pro Tag zurücklegen möchte. Basierend auf diesen Zielen bekommt man häufig nette Notifications vom so genannten Smart Coach der einen auch darauf hinweist Abends kein Koffein mehr zu sich zu nehmen. Der Smart Coach ist so ein wenig der Mutterersatz der einem auf die Nerven geht, da er einem die guten Dinge im Leben verbietet (bzw. es zumindest versucht). Gerade in Kombination mit der Runtastic App wird man den ganzen Tag penetriert sich mehr zu bewegen, gesünder zu ernähren und jetzt Dank Smart Coach rechtzeitig ins Bett zu gehen. Irgendwie ist das Zusammenspiel dieser ganzen Dienste und Notifications aber ganz lustig, im Zweifelsfall kann man sie ja ignorieren 😉

Ansonsten unterteilt sich die Analyse innerhalb der App in zwei große Bereiche: Bewegung und Schlaf. In der Bewegungsanalyse sieht man, wie viele Schritte man zurückgelegt hat, wie viele Kalorien verbrannt wurden, wann es Ruhephasen gab und wie lange man aktiv war. Ganz nett also: Ich denke in der Praxis wird man ein Auge auf die Anzahl der Schritte haben und eher seltener in die Details springen.

thumb_IMG_1904_1024Die Schlafanalyse finde ich persönlich schon viel interessanter. Grundsätzlich muss man sich die Frage stellen wie genau die erfassten Daten sind. Laut Meinungen im Internet hauen die erfassten Daten schon recht gut hin, genaue Aussagen darüber kann man denke ich aber so nicht wirklich treffen (da müsste man mit einem zweiten Gadget versuchen dieselben Werte zu erfassen). Die Schlafanalyse misst übrigens nicht nur die Schlafphase als solche, sondern auch die Tiefschlaf- und REM-Schlaf-Phase. Auch sagt einem die App wie oft man aufgewacht bzw. wach gelegen ist. Ich denke als Basis für diese Daten wird unter anderem die Herzfrequenz verwendet, die über die ganze Nacht über gemessen wird.

Randnotiz: Die Herzfrequenz wird tatsächlich nur nachts gemessen und nicht etwa tagsüber beim Sport. Irgendwie etwas komisch, aber Jawbone liefert diese Funktionalität wohl beim nächsten Firmware Update mit.

Der Smart Coach wird auf Basis der Schlafanalyse in den nächsten Tagen wohl mit ein paar schlauen Tipps um die Ecke kommen und mir sagen wann ich müde bin. Da bin ich jedenfalls schon sehr darauf gespannt wie gut oder schlecht diese Hinweise sein werden.

Fazit

Wie am Anfang des Blogbeitrags erwähnt, sollte man sich nicht die Frage stellen ob man einen solchen Fitness Tracker braucht. Es ist ein nettes und interessantes Gadget und wenn man auf Gadgets steht, kann man über einen Kauf nachdenken. Das Jawbone UP3 macht einen ziemlich guten ersten Eindruck, denn das Paket aus qualitativ hochwertigen und optisch ansprechenden Armband sowie einer guten App passt. Ob der Preis mit knapp 180€ gerechtfertigt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Konkurrenzprodukte sind zum Teil wesentlich günstiger, aber gerade die Herzfrequenzmessung beherrscht wohl das Jawbone UP3 enorm gut und dieses Feature ist auch ein ganz großer Pluspunkt.

Daher gilt: Erster Eindruck sehr gut, wie stark ich in den nächsten Tagen und Wochen den Tracker nutze wird sich aber noch zeigen.

 

 

 

10 thoughts on “Jawbone UP3 – Mein erster Erfahrungsbericht

  1. Hallo, gute Rezzension über das das up3 der ich mich gerne anschließe.

    Jedoch habe ich einen Kretikpunkt anzumerken.

    Da das up an die nicht so stark eingesetzte Hand soll um die messbaren Daten genauer zu erfassen, – welche bei Rechtshänder meist die Linke, und somit die Uhrenhand ist.
    Gibt es wie in meinem Fall mit einer Uhr (Stahlgehäuse) schon nach 2 Tagen optische Blessuren!
    Schade eigentlich.
    Vor der Uhr – links, sitzt es zu locker, rechts an der Uhrenkrone passt es optimal wird aber durch die Krone leider „poliert“.

    Mal sehen wie es sich in 2 Wochen darstellt – auf eine Uhr kann und werde ich deshalb aber nicht verzichten. ?

    Gruß MSS

  2. Pingback: Jawbone Up3 - Lang ersehntes Update bringt Verbesserungen - alexander-steireif.com

  3. Pingback: Jawbone UP3 - 14 Tage im Dauertest - alexander-steireif.com

  4. Mein jawbone up3 geht immer wieder einfach auf. Der Schließmechanismus ist echt eine Katastrophe. Bisher habe ich immer bemerkt ( oder andere), dass das Band abgefallen ist, aber ich würde mich schon sehr ärgern wenn so ein teures Band weg wäre… Ich habe das up3 jetzt seit Weihnachten und seit 2 Monaten verliere ich es häufiger als anfangs.

  5. Hallo ich in Marion,
    ja da stimme ich dir zu Julia, bei mir geht das das auch immer wieder von alleine auf, habe es sogar schon ein mal verloren und nur durch ein Zufall wieder gefunden. Leider habe ich jetzt ein anderes Problem, ich kann mein Jawbone up3 seid dem ich es gestern aufgeladen hatte, nicht mehr mit meinem Handy verbinden.
    Würde mich freuen wenn mir jemand helfen kann.

  6. Ich habe den Tracker heute erhalten. Nach dem Verbinden mit dem USB-Kabel an einem Port meines MacBookAir erscheinen nunmehr seit Stunden lediglich 2 winzige orangefarbene (LED-)Punkte ohne dass sich erkennbar was tut. Ist das nun eine Ladeanzeige oder was auch immer? Die Beschreibungen auf der Homepage von Jawbone geben dazu nichts her. Reaktionen zeigt das Band bisher keine – auch das Koppeln mit einem iPhone 4s funktioniert ebensowenig wie der Versuch eines Softreset. Ich bin zugegebenermaßen ratlos — den Support konnte ich bisher nicht erreichen …

  7. Hallo, mein Up3 ist ein halbes Jahr alt und es läßt sich einfach nicht mehr verbinden. Ich kann noch so viel tippen, aufladen nützt auch nichts, ist es wohl schon kaputt?

  8. Hallo,
    ich habe seit gestern das Jawbone UP3. Es ist geladen, nur leider zeigt es mir, wenn ich die Bluetooth Verbindung machen will – „Verbindung wurde von UP3 abgelehnt“ — was kann ich machen? Ist das Gerät defekt?

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