Jawbone UP3 – 14 Tage im Dauertest

StartWild gebloggtAus dem LebenJawbone UP3 – 14 Tage im Dauertest

Vor exakt 14 Tagen hat mich das Dream Team Amazon & DHL mit dem Jawbone UP3 beglückt. Nach exakt 2 Wochen kann ich nun endlich auch ein Zwischenfazit loswerden, da ich mich doch in den vergangenen Tagen intensiver mit dem Fitness Tracker aus dem Hause Jawbone beschäftigt habe. Solltest du meinen ersten Erfahrungsbericht übrigens verpasst haben, so empfehle ich dir den folgenden Link http://www.alexander-steireif.com/jawbone-up3-mein-erster-erfahrungsbericht/

Insgesamt war ich bei meinem ersten Erfahrungsbericht schon recht begeistert. Der Jawbone UP3 hat auf den ersten Blick bereits einen sehr guten Eindruck gemacht. Jedoch kann der erste Eindruck auch täuschen, weswegen die Verwendung über ein paar Tage bzw. Wochen hinweg so wichtig ist. Denn nur im „Dauertest“ sieht man die Vor- aber auch Nachteile dann tatsächlich.

Tragekomfort

Ich trage den (das?) Jawbone UP3 tatsächlich Tag und Nacht und mache nur beim Duschen, oder sobald das Gerät kurz geladen werden muss, eine Ausnahme. Vermutlich würde die Dusche das Gerät auch nicht direkt zerstören, aber da gehe ich bei dem Gadget lieber auf Nummer sicher und setze es nicht so viel Wasser aus. Auf der Website steht diesbezüglich übrigens folgende Aussage:

Your UP3™ band is rain, splash, sweat, and shower-resistant, but you should remove your UP3 before swimming, surfing, or exposing to other extreme conditions and activities like saunas and steam rooms.

Fakt ist, wobei dies natürlich meine rein subjektive Meinung ist: Hat man sich an den Jawbone UP3 gewöhnt, so merkt man das Gerät im Alltag so gut wie gar nicht. Der Fitness Tracker ist relativ leicht, man kann aufgrund des Verschlusses je nach persönlicher Vorliebe den Tracker enger oder nicht ganz so eng tragen und ingesamt fühl sich das Gadget gut an. Beim Tragekomfort gibt es also gar nichts zu beanstanden, kein Kratzen, Jucken oder ein ungutes Gefühl auf der Haut. Bei mir ist mittlerweile die Uhr, die ich zuvor täglich getragen habe, gewichen und der Jawbone UP3 „stört“ im Alltag (14-15 Stunden vor einer Computer Tastatur) definitiv weniger als die Uhr.

Meine anfänglichen Zweifel bezüglich des Verschlusses haben sich übrigens nicht bestätigt. Auch wenn sich die doch sehr friemlige Konstruktion 1-2 mal gelöst hat, war das halb so tragisch und ist wirklich nur sehr selten vorgekommen. Definitiv hätte man den Verschluss besser lösen können, aber dieser ist insgesamt doch ganz in Ordnung. Man sollte nur ab und zu ein Auge auf das Jawbone UP3 haben und sobald sich der Verschluss öffnet diesen direkt wieder schließen und das Armband gegebenenfalls enger/fester anziehen.

Akku

Bezüglich des Akkus war ich tatsächlich im ersten Moment im positiven Sinne sehr überrascht. Dieser hat nämlich exakt 6 Tage durchgehalten. Das ist auch die offizielle Aussage von Jawbone, sprich hier ist alles im grünen Bereich. Bleibt es bei diesem Rhythmus hätte ich auch gar nichts zu beanstanden, jedoch hat die letzte Ladung merkwürdigerweise nur noch 4,5 Tage gehalten obwohl ich den Akku komplett aufgeladen habe. Sprich hier hat sich die Lebenszeit etwas verkürzt. Aktuell sieht es hingegen wieder danach aus, dass der Akku 6 Tage durchhält. Warum diese Schwankung entstand kann ich mir aktuell nicht erklären, mal schauen wie sich der Akku zukünftig verhält.

Datenerfassung

Empfehlungen auf Basis der erfassten Daten

Empfehlungen auf Basis der erfassten Daten

Die Datenerfassung ist sicherlich die wichtigste Aufgabe, die der Fitness Tracker zu bewältigen hat. Nachdem ich in den letzten 14 Tagen sowohl sportlich aktiv war, den ganz „normalen“ Büroalltag bewältigt habe und natürlich auch jede Nacht geschlafen habe kann ich zumindest mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit behaupten, dass die Daten die erfasst werden doch sehr realistisch sind. Natürlich kann der Fitness Tracker ein paar Schritte zu viel oder zu wenig gezählt haben, aber vergleicht man die Werte mit denen des iPhones sind die erfassten Daten doch sehr realistisch.

Das UP3 von Jawbone erkennt übrigens automatisch falls es „Änderungen“ im Verhalten gibt, beispielsweise wenn man anfängt zu joggen, und „versteht“ sofort, dass es sich um eine sportliche Aktivität handelt und meldet dies zurück.

Bezogen auf die Schritte bzw. zurückgelegte Strecke sage ich daher: Die erfassten Daten sind sehr, sehr gut und eignen sich für Auswertungen und Analysen wirklich äußerst gut.

Das Jawbone UP3 erfasst aber neben den Schritten bzw. Distanz auch noch die Herzfrequenz sowie die komplette Schlafphase. Die Schlafphase wird nochmals in Tiefschlaf, REM-Schlag und leichter Schlaft unterteilt. Zusätzlich erhält man noch Informationen wie lange man wach gelegen ist, wie lange man zum einschlafen gebraucht hat und wie oft man aufgewacht ist. Ob diese Werte tatsächlich zu 100% stimmen kann ich weder bestätigen noch abstreiten. „Gefühlt“ würde ich sagen, dass die Datenerfassung auch hier stimmt. Fühlt man sich morgens enorm ausgeruht und fit und vergleich das erfasste Datenprofil mit einem Tag an den man sich morgens noch sehr müde und schlapp fühlt, so kann definitiv Unterschiede feststellen. Ich würde aber nicht soweit gehen und behaupten, dass die REM-Schlaf-Zeit auf die Minute exakt erfasst wird. Speziell die Schlafanalyse sehe ich persönlich eher als Indikator und leite mir Tendenzen ab. Ähnlich wie bei der Web-Analyse im E-Commerce geht’s hier weniger darum eine zu 100% exakte Zahl zu erfassen sondern eine Entwicklung und einen Trend abzuleiten.

Schlafprofil nach einer langen Nacht

Schlafprofil nach einer langen Nacht

Übrigens: Das Jawbone UP3 erfasst während der Schlafphase auch die Herzfrequenz. Hier war ich mir definitiv nicht sicher, ob diese immer korrekt erfasst wird. Da ich im „Normalfall“ immer bei einem Wert von 50-60 lag ging ich schon von einer nicht korrekten Datenerfassung aus. Nach einer durchzechten Nacht kann ich aber bestätigen, dass die Werte definitiv sehr genau erfasst werden, da es im Gegensatz zu den üblichen Werten eine immense Abweichung gab (der Abend war übrigens super 😉

Bezogen auf die Datenerfassung sage ich daher: Das Jawbone UP3 macht einen sehr guten Job und erfasst die generierten Daten so gut wie diese zu erfassen sind.

App & Smart Coach

Datenerfassung hin oder her: Der meiner Meinung nach wichtigste Baustein bei einem Fitness Tracker ist die dazugehörende App. Was bringt es eine spitzenmäßige Hardware zu haben, aber anschließend nichts mit den erfassten Werten anzufangen? Daher ist für mich das Zusammenspiel zwischen Hardware und Software bei einem Fitness Tracker genau so wichtig, wie auch bei einem Smartphone oder Tablet. Denn die Software sorgt letztendlich dafür, dass man mit den Daten vernünftig arbeiten kann.

Beim Jawbone UP3 gibt es eine eigens entwickelte App namens UP, die eine sehr coole Besonderheit hat. Neben der Möglichkeit sich die erzeugten Daten anzusehen, verfügt die UP App über den so genannten Smart Coach. Der Smart Coach leitet aus den generierten Daten automatisch Empfehlungen ab und schickt diese als Notification auf den Home Screen.

Das klingt im ersten Moment etwas verrückt, aber es sorgt dafür, dass man gegebenenfalls doch seine Verhaltensweise ändert. Denn erfahrungsgemäß schaut man nicht täglich in seine Daten wie zurückgelegte Strecke oder in die Schlafphasen. Gibt es hingegen einen „Alert“ schaut man sich diesen vermutlich schon an. Auch das hängt wieder ganz speziell vom Typ Mensch ab, ich persönlich bevorzuge definitiv die Alerts und tauche dann in die Details ein. Aber ich möchte zuerst auf „Probleme“ aufmerksam gemacht werden.

Der Smart Coach ist genau für diese Alerts zuständig. Steht man beispielsweise an einem Tag zu früh auf, informiert einen der Smart Coach direkt darüber und gibt einem die Info mit auf den Weg, dass man dadurch auch statistisch gesehen weniger Schritte zurücklegt (20 Minuten früher aufstehen heißt wohl Verzicht auf 700 Schritte, zumindest in meinem Fall) und sorgt so für das Bewusstsein, dass man sich an diesem Tag bewusst mehr bewegt.

Der Smart Coach gibt konstant Tipps

Der Smart Coach gibt konstant Tipps

Darüber hinaus erhält man täglich Notifications wann man ins Bett muss (klingt etwas nach Überbevormundung) und der Smart Coach passt diese Zeit auch entsprechend an, sofern man in den Tagen zuvor viel zu spät schlafen gegangen ist. Neben diesen ganzen „persönlichen“ Informationen erhält man darüber hinaus weitere wichtige „Notifications“ zum Thema Gesundheit, Ernährung und Sport.

Wichtig ist beim Smart Coach jedoch die Informationsverwendung. Ignoriert man diese ganzen Informationen kann man natürlich keine positiven Effekte erzielen. Versucht man, zumindest einige Ratschläge des Smart Coachs zu befolgen, wird man sich definitiv mehr bewegen und eventuell sogar einen Tick gesünder ernähren. Speziell das Thema Bewegung ist hierbei sehr transparent geregelt, da man einfach exakt sieht ob man sein Tagesziel (bei mir 10 000 Schritte) erreicht hat oder nicht.

Fazit & Wunschliste

Auch nach zwei Wochen „Dauertest“ bleibe ich bei meinem ersten Eindruck. Das Jawbone UP3 ist wirklich ein erstklassiges Gadget, welches aus einer tollen Hardware, aber auch aus einer sehr gut durchdachten Software besteht. Dennoch gibt es noch einige Dinge, die ich mir für eine zukünftige Version definitiv wünschen würde:

  • Messung der Herzfrequenz auch in den Aktivphasen und nicht ausschließlich in der Schlafphase
  • Proaktive Notifications, sobald man tagsüber „ausgepowert“ ist bzw. die Konzentration abnimmt (durch die Messung der Herzfrequenz / Bewegungsprofil)
  • Verknüpfung mit Runtastic (vermutlich unrealistisch, da „Konkurrenten“)

Das war’s auch schon. Meine Wunschliste ist tatsächlich nicht sehr umfangreich, da im Prinzip das Jawbone UP3 seinen Job schon sehr gut macht. Ich bin gespannt, ob zukünftig neue Funktionen über Firmware Upgrades bzw. neue Versionen der App nachgereicht werden. Speziell die konstante Messung der Herzfrequenz würde mich doch als Feature sehr begeistern. Schauen wir mal, welche Features Jawbone so in den nächsten Monaten veröffentlicht!

 

6 thoughts on “Jawbone UP3 – 14 Tage im Dauertest

  1. Hi Alexander, einen schönen Erfahrungsbericht hast Du hier zusammengeschrieben. Ich denke, Du hast die besten Voraussetzungen, mit dem Gadget langfristig zufrieden zu sein. Zum einen ist es wirklich ein tolles Produkt, zum anderen siehst du das Fitnessarmband als eine Art Spielzeug an.

    Viele sind sehr schnell sehr frustriert, wenn der Herzschlag nicht zu 100% genau gemessen wird und eine Bewegung des Arms doch einmal als Schritt gewertet wird. Dabei geht es aber gar nicht – jedenfalls sollte es für die meisten nicht darum gehen. Ein Feedback wie aktiv und damit gesund man sich über den Tag gibt, sollte vielen schon genug Info sein.

    Ich warte ebenso wie Du, dass ein paar Funktionen nachgeliefert werden. Auch die Messung von Stress und Erholung ist sicherlich bald drin.

    Damit setzt sich das Jawbone UP3 dann doch deutlich von den anderen Fitness Trackern mit Pulsmessung ab, von denen die meisten doch für den ambitionierten Sport gedacht sein. Das UP3 wäre das erste, dass die Messung im Sinne eines Lifestyle-Trackers einsetzen könnte.

    Warten wir ab, was geschieht…

  2. Hi!
    Ich hatte das Teil auch zum testen…leider stimmten bei mir die Distanzen so gar nicht überein…die SChritte waren ok…aber statt 6 km Distanz maß das teil 8,5….das ist mir persönlich zu weit weg von der Realität und das für 170 Euro.
    Der Knaller aber ist, dass ich das Armband abends aus Frust abgelegt hatte…es wurden aber munter weiter Herzfrequenzen aufgezeichnet und es wurde auch erkannt, das ich ins Bett gegangen bin…und ich hatte das Teil gar nicht am Arm. Von daher ist das Ding für mich komplett durchgefallen.
    Ich empfehle zum Vergleich mal das MI Band für 14 Euro zu testen….

    • Als ich gejoggt bin auch mit Iphone und Brustgurt…da wurde mir GPS mäßig 6,11 km angezeigt. Schritte waren ok beim Jawbone… aber 8,5 km ist bischen viel zumal das Mi Band was ich zeitgleich getragen haben 6,2 km angezeigt hat. Kalorien das gleiche…die UP3 App zeigt 1100 Kalorien…an myfitnesspal wurden 740 weitergegeben…warum frag ich mich?
      Mich würde die Geschichte mit dem Herzsensor noch mehr interessieren wenn sie das Band mal 3 STunden ablegen ob er auch bei ihnen Phantasiewerte weiter trackt. Sowas geht für mich gar nicht….

  3. Danke für Deine Erfahrungen mit dem UP3! Mir geht es ähnlich, wo ich allerdings meine Probleme habe ist, dass die Erfassung der Mahlzeiten recht schwierig ist und es eigentlich dazu kein genaue Beschreibung (Portionen) etc. seitens Jawbone gibt! Man findet hierzu leider auch im www keine Bedienungsanleitung! Ich erfasse seit Monaten (zu Kontrolle) meine Mahlzeiten mit FDDB, hier kann man seine Mahlzeiten via Smatphone (unterwegs) oder über das www am PC erfassen! Die Datei der Lebensmittel ist recht groß und man hat auch die Möglichkeit neue Lebensmittel und Mengen zu erfassen und diese in eigenen Listen abzulegen! Auch Aktivitäten können dort erfaßt werden um die verbrauchten Kalorien entweder errechnen zu lassen oder selbst einzugeben! Ich finde für diesen Zweck diese APP/Programm super, schade, dass es hierzu keinen Datenübernahme mit dem UP gibt! Mir persönlich würde es auch gefallem, wenn man seine Werte (Ernährung) für den UP am PC erfassen kann! Ansonstens finde ich den UP3 ein schöne Spielzeug nicht nur für Männer und wenn es zumindest dazu führt sich mehr zu bewegen und vielleicht bewußter zu leben, hat es doch schon seinen Zweck erfüllt! Jawbone erweitert die App ja auch stetig, vielleicht kommt aj auch irgendwann auch was bezüglich Erfassung des Essens!
    Was mir allerdings aufgefallen ist, nach der Registrierung zeit mit mein Loggin am PC, dass die Firmware für meinem UP3 veraltet ist, über die App bekommen ich aber nicht wie dort beschrieben (blauer Pfeil) eine neue Firmware zugesandt zu aufspielen!

  4. Super Bericht, auch wenn ich vom Jawbone UP3 ein bisschen enttäuscht war, da es hat so lange auf sich warten lassen und dann nur mit abgespeckten Funktionsumfang um die Ecke kam.. Habe mich dann mit dem Fitbit Charge HR angefreundet. Falls jemand eine gute Seite zum Vergleich von Fitness Armbändern sucht: http://fitness-armband-blog.de/

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