Cloudways – Modernes Hosting für Magento – Teil 3

StartMagento & E-Commerce BlogMagentoCloudways – Modernes Hosting für Magento – Teil 3

Klassischer Webspace, ein vServer oder doch lieber direkt ein eigener dedizierter Server auf dem man sich nach Lust und Laune austoben kann? Die Art und Weise wie heute Blogs, E-Commerce Plattformen und statische Websites gehostet werden hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert.

Als ich mit meinem Blog gestartet bin lief dieser beispielsweise auf einem ganz klassischen Webspace. Hier teilst Du Dir einen Server mit vielen anderen Kunden und hast praktisch keinerlei Möglichkeiten der Individualisierung, also wenn Du eine eigene Software oder spezielle Konfiguration benötigst. Das krasse Gegenteil hierzu ist ein eigener Server, auf dem Du praktisch alles installieren und machen kannst, dafür aber auch für die Sicherheit und den Betrieb verantwortlich ist. Jede Variante hat Vorteile, aber auch Nachteile. Cloudways geht nun mit der eigenen Hosting Plattform eine Art Mittelweg und versucht die Vorteile eines eigenen Servers zu nutzen und dabei gezielt die potentielle Nachteile zu eliminieren.

In der folgenden Artikelserie beschreibe ich Dir die Vorteile und Funktionsweise von Cloudways und zeige Dir Schritt für Schritt wie Du dein System aufsetzt.

Inhaltsverzeichnis dieser Artikelserie

Wir starten mit dem Dashboard

In dem zweiten Teil dieser Artikelserie habe ich Dir bereits gezeigt, wie man auf recht einfache Art und Weise bei Cloudways ein neues System erstellen und live schalten kann. Das erstellte System kommt von Haus aus mit der ausgewählten Applikation daher und „funktioniert“ erst einmal ohne weiteres Zutun. Es lohnt sich aber immer selbst Hand anzulegen und etwas Feinschliff zu betreiben. Cloudways bietet für den Feinschliff einige Möglichkeiten, die ich Dir nun vorstellen möchte.

Melde Dich zuerst direkt unter https://clickngo.cloudways.com an der Application Console an und umgehe damit den „Umweg“ über das Cloudways Benutzerkonto. Sofern Dein Benutzername und Passwort stimmt, gelangst Du im nächsten Schritt zur Systemübersicht. Bei Cloudways kannst Du übrigens beliebig viele Systeme betreiben und administrieren. Es gibt hierfür keine Obergrenze, außer eventuell Dein Budget. Speziell für Agenturen und Dienstleister aus der Web Branche dürfte Cloudways daher eine sehr interessante Alternative zum klassischen Hosting und Reselling darstellen (… wobei das ein anderes Thema ist).

Abgesehen von der Anzahl der Systeme wirst Du anschließend die folgende Darstellung vorfinden (ich nenne diese einfachheitshalber Dashboard):

cloudways-1

Übersicht der Cloudways Systeme innerhalb des Dashboards

 

Wie bereits erwähnt, wirst Du an dieser Stelle nur ein System sehen. Da ich Cloudways selbst an der einen oder anderen Stelle nutze, habe ich bei mir bislang drei Systeme angelegt. Eines von diesen Systemen ist übrigens permanent online und liefert unter anderem diesen Blog aus.

Ist ein System mit einem grünen Punkt gekennzeichnet, ist dieses online und erreichbar. Wenn Du einen Blick auf meinen Screenshot wirfst, siehst Du beim ersten und letzten System den grünen Punkt, nur das zweite System hat einen roten Punkt. Je nach Systemstatus stehen Dir unterschiedliche Optionen zur Verfügung. Innerhalb dieser „Schnellübersicht“ kannst Du bei den Systemen folgende Aktionen direkt ausführen:

  • System starten bzw. stoppen (Stop, Start)
  • System neustarten (restart)
  • System löschen (Delete)
  • Eine Anwendung hinzufügen (Add App)
  • System kopieren (Clone)

Zusätzlich kannst Du über das Bleistiftsymbol anstelle des kryptischen Systemnamen eine individuelle Bezeichnung für Dein System hinterlegen. Ich habe das, wie Du im Screenshot erkennen kannst, bei meinen ersten beiden Systemen bereits erledigt. Alle diese Möglichkeiten sollen Dich aber an dieser Stelle gar nicht ablenken. Klicke bei Deinem System nun direkt auf den Link Manage Server, um in die eigentliche Systemadministration zu gelangen.

Cloudways System konfigurieren und anpassen

Nachdem Du auf Manage Server geklickt hast, befindest Du Dich in de Administration des soeben ausgewählten Systems. Eine Multi-System-Konfigurations-Oberfläche (oh – krasse Wortkreation) gibt es übrigens nicht. Du musst daher alle vorhandenen Systeme immer einzeln öffnen und anpassen. Das kann in der Praxis zwar etwas stressig sein, hängt aber letztendlich auch immer vom jeweiligen Einsatzszenario ab. Mich hat es bislang nicht gestört.

cloudways-2

Die Cloudways Serveradministration auf einen Blick

 

Angekommen in der Systemadministration unterscheidet Cloudways diese in zwei große Themenblöcke. Innerhalb der Systemadministration kannst Du zum einen den Server (Server Management), aber auch die Anwendungen (Application Management) administrieren.

Hinweis: Pro System können beliebig viele Anwendungen betrieben werden, auch wenn man sich beim Setup auf eine bestimmte festlegen muss und das den Anschein erweckt, es könne nur eine Anwendung installiert werden. Die Limitierung der Anwendungen erfolgt im Prinzip durch die verfügbaren Ressourcen bzw. Last durch Besucher, ansonsten gibt es keine Einschränkungen.

In diesem 3. Teil meiner Artikelserie möchte ich Dir, aufgrund der vorhandenen Komplexität, zuerst die Administration des Servers (Server Management) vorstellen. Details zum Application Management folgen in Teil 4. Die Verwaltung des Servers untergliedert sich in die folgenden Teilbereiche, welche Du beliebig über das + bzw. – Icon auf- und zuklappen kannst:

Summary

cloudways-3

Überblick über die wichtigsten Systemdaten

 

Dieser Bereich gibt Dir einen Überblick über die Systeminformationen wie Status, Größe (RAM), Größe der Festplatte, öffentliche IP-Adresse, Cloud Dienst und Region des Rechenzentrums. Diese Ansicht hat gewisse Ähnlichkeit mit der bereits bekannten Maske im Dashboard. Auch hier kannst Du das System stoppen bzw. starten, neustarten, löschen, eine Anwendung hinzufügen bzw. das gesamte System kopieren (klonen). Über das Bleistiftsymbol hast Du außerdem die Möglichkeit, eine passendere Bezeichnung für das System zu hinterlegen und den kryptischen Namen zu eliminieren.

Weitere Informationen zu den so genannten Actions, also Möglichkeiten, die Dir an dieser Stelle zur Verfügung stehen findest Du unter https://support.cloudways.com/which-actions-can-i-perform-on-my-server/

Master Credentials

cloudways-4

Verwaltung der Zugangsdaten

Wie lauten denn überhaupt die Zugangsdaten zum erstellen System? Genau diese Frage wird in diesem Bereich beantwortet. Innerhalb dessen hast Du die Möglichkeit, den Benutzernamen (Username) und das Passwort (Password) einzusehen und zu ändern. Die Master Credentials sind diejenigen Zugangsdaten, die Du für den Aufbau einer SSH Verbindung benötigst. Außerdem kannst Du an dieser Stelle zusätzlich Deinen SSH Key hinzufügen. Solltest Du keinen SSH Client (betrifft primär die Windows User, viel Spaß mit PuTTY) installiert haben, ermöglicht Dir Cloudways eine Verbindung auf die Shell per Weboberfläche. Klicke hierfür auf Launch SSH terminal und schon kannst Du Dich am System anmelden.

cloudways-5

Nettes Feature: Zugriff auf die Shell per Weboberfläche

 

Monitoring

cloudways-6

Umfangreiche Statistiken zeigen Dir die Systemauslastung im Detail an

 

Im nächsten Bereich namens Monitoring kannst Du Dir verschiedenste Statistiken zu Deinem System anschauen. Mit Hilfe dieser Statistiken kannst Du beispielsweise analysieren, ob die gewählte Systemgröße (im Sinne von CPU und RAM) ausreichend ist, oder ob Dein System mehr Power benötigt. Wie im beigefügten Screenshot zu sehen ist, erhältst Du unter anderem eine Anzeige hinsichtlich der CPU Auslastung. Cloudways gibt bei den verschiedenen Statistiken Referenzwerte an, was ich wiederum sehr praktisch finde. In dem Beispiel mit der CPU empfiehlt Cloudways , dass die Auslastung konstant nie über 80/90% betragen sollte (CPU Idle von 10-20%). Ähnliche Referenzwerte gibt es ebenso bei den anderen Statistiken.

Folgende Systeminformationen kannst Du mit Cloudways ermitteln:

  • Idle CPU
  • Free Disk
  • Reads per second
  • Writes per second
  • Free memory
  • Incoming network traffic
  • Outgoing network traffic
  • APC Fill Ratio
  • APC Hit Rate
  • Monthly bandwidth
  • Memcached Fill Ratio
  • Memcached Hit Ratio
  • Varnish Hit Rate
  • Varnish Nuked
  • Auto-healing Restarts

Zusätzlich besteht aber auch die Möglichkeit direkt auf dem System den Befehl top auszuführen, um somit an weitere Informationen zu kommen. Innerhalb des Interfaces besteht jedoch der Vorteil darin, auf eine sehr einfache Art und Weise an übersichtliche grafische Statistiken zu gelangen. Somit kannst Du auch auf Werte aus der Vergangenheit zurückgreifen und Dir beispielsweise anzeigen lassen, wie sich die CPU Auslastung über die letzten 6 Monate entwickelt hat.

Neben Statistiken, die sich rein auf das System beziehen, gibt es mit New Relic auch eine Möglichkeit, speziell die Anwendung auszuwerten. Aufgrund der thematischen Verbundenheit findest Du diese Informationen aber auch nachgelagert in dem vierten Beitrag dieser Artikelserie.

Vertical Scaling

cloudways-7

Eine Skalierung des Systems ist problemlos möglich

 

Solltest Du zu irgendeinem Zeitpunkt merken, dass Dir die vorhandenen Ressourcen nicht mehr ausreichen, kannst Du relativ einfach skalieren. Ich hatte beim Setup meines Blogs bzw. des Systems für den Blog, auch recht klein angefangen und relativ fix aufgrund der CPU Auslastung (hier wären wir wieder beim Thema Monitoring) gemerkt, dass ich einfach mehr Power benötige. Sollte diese Situation auch bei Dir eintreten, musst Du nur in den Punkt „Vertical Scaling“ springen und anschließend findest Du eine ähnliche Ansicht wie bei der Erstellung des Systems. Entweder kannst Du über die Angabe der pageviews/motnh einen Ratschlag einholen, oder direkt über I know my server size eine Größe auswählen. Je nach Cloud Dienstleister hast Du verschiedene Möglichkeiten. bBi DigitalOcean hängt, wie eingangs erwähnt, alles an der Höhe des RAMS (CPU Power, Festplattengröße, Traffic). Je nachdem für welchen Cloud Dienstleister Du Dich entschieden hast, unterscheidet sich daher die Ansicht und die zur Verfügung stehenden Optionen in ein paar Details.

Manage Services

Die Konfiguration der Serverdienste erfolgt per Weboberfläche

 

An dieser Stelle wird es spannend und hier sehe ich, ganz persönlich auf mich bezogen, auch den großen USP von Cloudways. Im Punkt Manage Services kannst Du nämlich relativ schnell und ohne großes Know-How Dienste hinzufügen, stoppen, neu starten und aktivieren. Zur Auswahl stehen die „Klassiker“, die man im Prinzip für jede Webanwendung benötigt bzw. gut gebrauchen kann:

  • Nginx
  • Varnish
  • Memcached
  • Apache
  • MySQL
  • New Relic
  • Redis

Besonders der installierte und konfigurierte Varnish ist schon sehr hilfreich und bringt hinsichtlich der Performance einige Vorteile! Du hast bei jedem Dienst, sollte es zu Problemen kommen, immer die Möglichkeit eines Restarts, ohne Dich per Shell verbinden zu müssen. Die Administration erfolgt also direkt über die Application Console, was wiederum für alle Leute mit wenig Erfahrung in Sachen SSH bzw. der Shell ein Pluspunkt darstellen dürfte.

Server Settings & Packages

cloudways-9

PHP- und Servereinstellungen können direkt über die Oberfläche angepasst werden

 

Abgesehen von der Konfiguration, welche Dienste installiert bzw. gestartet sein sollen, kannst Du im nächsten Bereich die Serverkonfiguration modifizieren. Dieser Bereich unterteilt sich in drei Blöcke namens Basic, Advanced und Packages.

Im Bereich Basic kannst Du grundlegende PHP Einstellungen festlegen. Dazu zählt die Execution Time, die Upload Size, das Memory Limit, die Einstellung zur Anzeige von Fehlern sowie die Zeitzone. Das Memory Limit ist für meinen Geschmack immer zu gering eingestellt. Gerade bei Magento empfiehlt sich ein Wert von 512MB bzw. 1024MB zu nutzen.

Im Bereich Advanced kannst Du noch tiefer in die Einstellungen abtauchen. Unter anderem lassen sich Werte für die MySQL Datenbank, aber auch Nginx setzen. Meiner Meinung nach müssen diese Werte aber nur unter besonderen Bedingungen angepasst werden und die von Haus aus gesetzten Werte sind in Ordnung.

Im letzten Abschnitt Packages kannst Du die eingesetzte PHP und MySQL Version wählen. Momentan steht PHP 5.6 sowie PHP 7.0 zur Auswahl. Bei MySQL hast Du die Wahl zwischen MySQL 5.6, MariaDB 5.5 und MariaDB 10.0. Ebenso kannst Du Redis sowie Elastic Search aktivieren bzw. deaktivieren. Meiner Meinung nach deuten speziell diese beiden letzten Punkte aber auf eine gewisse Inkonsistenz in der Benutzerführung hin, denn meiner Meinung nach gehören diese beiden Konfigurationseinstellungen in den Bereich Manage Services.

Der Wechsel zwischen den PHP und MySQL Versionen ist übrigens problemlos möglich. Wichtig ist an dieser Stelle nur die Tatsache, dass sich die PHP Konfiguration immer auf das gesamte System bezieht. Du kannst die PHP Version also nicht pro Anwendung festlegen, sondern ausschließlich für das gesamte System. Wenn einige Anwendungen daher mit PHP 7.0 enorm flott laufen, für andere aber aufgrund der Abwärtskompatibilität PHP 5.6 notwendig ist, stellt das tendenziell ein Problem dar. Aktuell diskutiere ich hierzu mit dem Support mögliche Lösungsansätze, eine exakte Lösung für dieses Szenario gibt es aber noch nicht.

Security

cloudways-10

Sicherheit wird bei Cloudways groß geschrieben!

 

Sollte Deine IP, eventuell aufgrund zu vieler fehlerhaften Anmeldeversuche, gesperrt werden, kannst Du sie im Bereich Security whitelisten. Ehrlich gesagt habe ich aber mit diesem Bereich noch keine Freundschaft geschlossen. Er ist zwar existent, benötigt habe ich diese Option bislang aber noch nie.

Backups

cloudways-11

Datensicherungen stellen kein Problem dar

 

Das schöne an vorhandenen Backups ist die Tatsache, dass anschließend nichts schlimmes passiert. Aber wenn eine Sicherung fehlt, implodiert plötzlich das gesamte Live-System ganz gerne einmal. Damit diese Situation nicht eintritt, hat Cloudways eine einfache Möglichkeit geschaffen, um automatisierte Backups zu erstellen. Bei Bedarf kann zusätzlich eine manuelle Sicherung erstellt werden.

Server Add-ons

cloudways-12

Server Add-ons erweitern den Funktionsumfang

 

Last but not least besteht die Möglichkeit über so genannte Add-ons den Funktionsumfang hinsichtlich der Dienste bzw. das Leistungsspektrum zu erweitern. Aus Gründen der Übersichtlichkeit verfrachte ich diesen speziellen Punkt in einen zukünftigen Beitrag.

Fazit

Wie Du in diesem Beitrag gesehen hast, bietet Cloudways bei der Administration viele hilfreiche Funktionen innerhalb der Weboberfläche an. Konfigurationen können per Knopfdruck angepasst und ganze Dienste mit wenigen Klicks installiert und konfiguriert werden. Der Fokus liegt ganz klar auf dem nicht so ganz erfahrenen Kunden, der dennoch weiß was er machen möchte und benötigt, dem aber die Erfahrungen in der Konfiguration auf „Serverebene“ fehlt. Wie ich finde bekommt Cloudways diese Anforderungen mit der sehr übersichtlichen und umfangreichen Oberfläche ganz gut gelöst.

Neben der Administration des Systems bestehen außerdem Möglichkeiten, die installierten Anwendungen zu administrieren. Wie das genau funktioniert und welche Möglichkeiten Du hast, erfährst Du im nächsten Beitrag dieser Artikelserie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.